Freitag, 18. Mai 2018

0525

das war das ende. wirklich alles war nun aus, daher erhob sich der letzte archivar von seinem arbeitsplatz und griff das erste mal in seinem leben zu dem schlüssel mit dem roten plastikschildchen, im vorsatz, ihn nun auch zu benutzen. so lange hatte er ihn sorgsam versteckt an seinem leib getragen, ihn immer wieder gespürt. er riskierte einen kurzen blick zurück an seinen arbeitsplatz, als er die türe von außen zuzog; die vielen regale, die er in seinem leben vollgestopft hatte, sahen aus wie immer, nichts war anders. als der schlüssel einrastete und dabei den bisher niemals betätigten zusatzbolzen erreichte, löste dieser sofort einen komplizierten mechanismus aus, der das ganze archiv strategisch zerfallen ließ. alle dokumente wurden durch etliche in der luft herumwirbelnde rasiermesserscharfe klingen zu kubistischem konfetti, nachdem sich die regale an ihren neuralgischen sollbruchstellen dominoeffektartig zerlegt hatten und die papierbündel flatternd in den raum ergossen. bald war nur noch ein meer aus holz und papier übrig, das den boden deckte. der ehemalige archivmeister hörte diese vorgänge hinter sich nur schwach, versenkte noch in viele andere abteilungstürenschlösser diesen fatalen schlüssel. hier einen hebel umlegen, dort einen knopf drücken. in manchen abteilungen musste mühsam ein chymisches feuer gelegt oder auch mit dem hochdruckwasserschlauch alles durch ein frisch geöffnetes loch in der gebäudewand hinausgeschwemmt werden. erst nach vielen stunden kam er endlich in die haupthalle. dort aktivierte der schlüssel eine letzte konsole im boden, die sich langsam erhob und – für jede abteilung, knopf für knopf – ermöglichte, die einzelnen räume hyperdimensional wegzufalten. nun war nur noch die halle übrig. bald schloss der ehemalige archivar das haupttor von außen. das gebäude war verschwunden, als ob es nie da gewesen wäre. er stand am toten ende eines weges in der nächtlichen anlage des parks. er drehte sich um und ging zu den vielen anderen gebäuden, zu denen der schlüssel noch passte.


(aus: 2015 - fuck me tender/Mai)

Donnerstag, 17. Mai 2018

was würde ich tun...

...wenn ich nur noch 14 tage zu leben hätte?

die frage drängt sich auf, wenn man sich vergegenwärtigt, dass ja hier am 31.5.2018 die schotten dichtgemacht werden; der hahn zugedreht; das licht verlöschen; der vorhang fallen; das letzte lied verklingen; der stecker gezogen und alles was so an input über 15 jahre zusammengekommen ist zusammengeknüllt und im klo heruntergespült werden wird (natürlich wird das eine oder andere auch von ein paar fleißigen kopiert und anderswo weiterhin abrufbar sein, schon klar - aber hier, also unter (whatever).twoday.net wird man nichts mehr finden und in unendliche leere laufen).

wenn ich also nur noch 14 tage zu leben hätte, würde ich nichts anders machen als bisher.
ich würde mein leben genau so leben wie ich es für das beste halte - das habe ich immer gemacht.
dieser blog war ein teil davon, und er wird nun verschwinden, in 14 tagen, gemeinsam mit twoday.

ich sehe das als kleinen vorgeschmack auf mein tatsächliches sterben, das irgendwann (wahrscheinlich erst nach diesen 14 tagen, aber man weiß es ja nie so genau...) stattfinden wird.
dann wird auch alles weg sein, völlig spurlos. es macht keinen sinn, sich an irgendetwas zu klammern, weil alles ohnehin nur immer jetzt da ist.
es gibt kein später, und es gibt auch kein wo anders. es gibt nichts, das bleibt.

irgendwo im weiten netz bin ich natürlich weiterhin aktiv, bis auf weiteres, für die, die es interessiert (aber die wissen es ohnehin schon länger):
man findet mich auf twitter, instagram, seit langem schon auf flickr, aber auch auf tumblr,
wenn man wissen will, woran ich gerade so dran bin.

ich danke allen für die zeit hier: den twoday-mitarbeitern, den anderen bloggerinnen & bloggern, den lesern, den kommentatoren, für die aufmerksamkeit, den austausch, das interesse.

ich wünsche euch allen nur das beste!

Montag, 19. März 2018

333 jahre johann sebastian bach

am kommenden mittwoch, dem 21. märz 2018 jährt sich der geburtstag von johann sebastian bach zum 333. mal.
diese schöne (un-)runde zahl nehme ich zum anlass, hier eines seiner großartigsten jugendwerke vorzustellen (in meiner interpretation):

die Toccata e-Moll - BWV 914, interpretiert für cembalo, hier sogar in der werckmeister-stimmung zu hören, die zu bachs jugendzeiten (auch dank seiner begeisterung für ihre möglichkeiten) sich langsam durchzusetzen begann.
diese toccata e-moll ist ein typisches jugendwerk von bach: einerseits bereits unglaublich formbewusst; andererseits noch ganz unbändig und teilweise alle regeln außer acht lassend. vor allem die fuge am ende der toccata hat eine energie, die hemmungslos alles aufbietet, was so ein lauf-thema mit sich bringen kann. das stück wirkt am besten am cembalo, weil bach den aggressiven klang des instruments wohl beim erarbeiten des stückes sehr stark mitgedacht hat.

in seinen späteren lebensjahren wurden seine stücke von der form her strenger und vom gehalt her tiefer, vom instrument unabhängiger (wenngleich niemals weniger lebendig).

ich verdanke johann sebastian bach sehr viel, nicht nur im letzten jahr hat mich die praktische beschäftigung mit seiner musik sehr aufgerichtet, meine geschichte mit seinem werk reicht in meinem leben weit zurück, bis in meine frühen 20er, also schon gut 25 jahre.
daher an dieser stelle: danke für diese großartige musik, die du mir geschenkt hast.

...und wenn das jetzt egoistisch klingt, dann passt das ganz wunderbar!

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