die freuden des journalismus

Mittwoch, 27. März 2013

ein tip für gehirnerkrankte

es ist ja recht kalt, immer noch, und einigen vernehmlich schon zu lange. der frühling wird mit großer ungeduld erwartet, also der richtige frühling, nicht nur der, der laut kalender bereits stattfindet und eigentlich seit etwa sechs tagen bereits die flure und wälder mit grüner farbe, zecken, ersten ameisen und blütenpollen überziehen soll. dieser tatsächliche frühling, der ja so viel freude bereitet, der verspätet sich, daher kommt es zu diversen unzufriedenheitsbezeugungen, ängste bauen sich auf (die ostereier könnten z.b. im schnee schwerer zu finden sein) und massenkarambolagen... und, ganz schlimm, die journalisten wissen nicht mehr, was sie NOCH alles über den winter, den schnee und die bittere kälte berichten sollen.

also geben sie - selbst kaum orientiert - tips, die den geneigten armen lesern helfen sollen, diese schwere zeit zu überstehen.
heute daher also in "Österreich" - einem täglich erscheinenden printprodukt in meinem gleichnamigen heimatland - 10 wertvolle tips, behutsam zusammengetragen, damit die leser die paar tage bis zum ausbruch des frühlings überstehen. ich gebe hier, aus dokumentarischen gründen, nur den tip nr. 3 wieder:

"Tip Nr. 3 gegen Winter-Frust
Fantasie. Sie gehören nicht zu den Glücklichen, die gerade in der Karibik relaxen? Augen schließen und im Gedanken an einen Strand reisen. Das Gehirn unterscheidet laut Forschern nicht zwischen Realität und Fiktion."
(Österreich, Mittwoch 27. März 2013, Seite 31)

von welchen kranken gehirnen (im original zwar im singular, aber zeitungen sind ja massenmedien...) wird hier geredet? - ist uns durch die endlose winterkälte (zitat vom cover der gleichen ausgabe) bereits die essentielle trennschärfe verlustig gegangen zwischen fiktion und realität? oder ist es doch einfach nur ein unglaublicher topfen, der hier ver-eis-zapft wird, weil trotz klammer finger täglich um die 45-50 seiten mit blindtext, fotos und anzeigen gefüllt werden müssen?
niemand weiß die antwort - aber in meiner fantasie kenne ich sie, also ist sie realität: ________________ (raum für notizen)

hoffentlich wird es bald wärmer!

Donnerstag, 9. August 2012

der hesse-zweig

heute beim morgendlichen bahnfahren warf ich einen sehr oberflächlichen blick in die tägliche verschenkzeitung und erstarrte: schon von der literarischen ebene her sind hermann hesse und stefan zweig nur bei sehr wenig tiefgängigem lesen zu verwechseln. aber: auch in der physiognomie sind da ganz markante unterschiede: hier das blasse längliche gesicht mit brille und segelohren, dazu der verträumte blick eines verhinderten beamten, der sich dann doch zeitlebens nicht mit dem abheften von akten, sondern mit dem anlegen von romanen, gedichten und kurzgeschichten nebst antworten auf fanbriefen beschäftigt hat - dort das doch eher rundliche gesicht mit den stechenden unbebrillten augen, zwischen nase und dem nur kaum sichtbaren mund eine mächtige rotzbremse, all das eigentum eines autors, der in seinen erzählungen und historischen portraits standpunkte und einsichten vertrat, die wohl nie populär sein werden.

wie auch immer - jemand der etwas von hesse und/oder zweig gelesen und sich auch nur ein wenig für den jeweiligen autor interessiert hat, kann die beiden nicht verwechseln.
wie machen das dann also die mitarbeiter von der gratistageszeitung mit der überwältigenden superauflage? die antwort liegt auf der hand: sie lesen weder hesse, noch zweig, noch ihre eigenen artikel (nachdem sie geschrieben wurden).
diesen job erledigt dann das (teilweise sicher auch kaum sehr belesene) publikum, bzw. genügt sich damit, die bilder anzuschauen zwischen station a und f - wie vielen davon dieser "marginale" fehler wohl auffällt? ich vermute eher wenigen, da mann/frau dafür ja auch die überschrift daneben lesen müsste.

hesse-zweig.jpg

(gewidmet herrn nömix)

Freitag, 10. Dezember 2010

vögeln in der u-bahn

tauber passagier

...sollte man keinen sitzplatz anbieten, denn sie haben meist auch keinen fahrschein!

(schon wieder ein da capo, ich bitte um verzeihung!)

Freitag, 30. Januar 2009

die schlagzeile des tages:

wirklich schön, was da den schlagzeilern der "kleinen zeitung" heute eingefallen ist:

Pädagogen holen zum Präventivschlag aus.

früher nannte man das wenigstens noch ehrlich "gsunde watschen".

Dienstag, 20. Januar 2009

gar nicht verehrter herr jeannée!

ich gebe es zu: ich lese die zeitung, in der sie ihre mehr oder minder regelmäßigen, ganz selten auch originellen, briefe an prominente absondern, von zeit zu zeit. na gut: "lesen" kann ich es nicht wirklich nennen, ich überfliege die seiten, wenn ich in kaffeehäusern sitze und mir die zeit vertreibe, weil ich auf jemanden warte. die hier nicht namentlich erwähnte kleinformatige zeitung hat den vorteil, auf kaffeehaustischen bequem auflegbar zu sein, so dass auch noch eine espressotasse udgl. platz findet. andere (wirkliche) qualitätsmedien, die sich ja zum durchblättern und lesen auch wunderbar eignen würden, sind meist raumgreifender, daher verschmähe ich sie konsequent. bücher sind in kaffeehäusern nur bedingt lesbar, weil der geräuschpegel dort meist meiner konzentration abträglich ist.
gestern also war es wieder so weit: kurzer aufenthalt in einem café (das neuerdings rauchfrei ist und daher an qualität deutlich gewonnen hat), griff zum kleinformat, durchblättern, bei ihrem brief hängenbleiben und ihn lesen. links neben dem brief ist ein ganzseitiges portrait eines südlichen landeshauptmannes, der vor wenigen tagen einen aufschrei der entrüstung hervorgerufen hat, weil er einen mindestens 15 jahre alten witz zur falschen zeit am falschen ort erzählt hat. er wird dafür derzeit von menschen angegriffen, die in ihrem leben noch nie schlechte witze erzählt, geschweige denn, über sie gelacht haben. das ist ja so weit nichts neues in der medienlandschaft.
aber ihr brief: dass sie auf solche züge mit begeisterung aufspringen, sich mitreissen lassen von der begeisterung über solche entgleisungen: das kann man bei ihren briefchen immer wieder sehen.
diesesmal aber sind sie selbst auf das äußerste entglitten: in einer form, die in ihrer sprachlichen klarheit doch bemerkenswert unmissverständlich ist.
sie schrieben nämlich folgende worte in ihrem kurzen briefchen vom 19. januar 2009:

jeannee

das witzchen war blöde, zweifellos, soweit kann ich noch folgen. aber: wollen sie wirklich andeuten, dass es für einen rassismus in ihrem sinne doch ein wenig mehr intelligenz braucht als für einen dummen witz? dass zu viel blödheit dem rassismus entgegensteht?
erkennen sie rassisten generell daran, dass sie intelligenter sind, also gescheite witze (und zur rechten zeit) erzählen?

oder haben sie selbst einfach nicht allzuviel nachgedacht, als sie diese zwei sätze geschrieben haben?

ich würde letzteres gerne unterstellen.

nicht ihr

david ramirer

Donnerstag, 20. November 2008

der wert des gelds

die oberflächlichkeit einer zeit kann gut an den schlagzeilen abgelesen werden.

TOTER MILLIARDÄR FLICK GEKLAUT

abgesehen davon, dass ich mich frage, wie vermeintliche entführer der familie drohen wollen ("wenn ihr nicht zahlt, dann verbrennen wir die leiche" oder "wir zerkratzen den ebenholzsarg") befremdet es mich, dass ein verstorbener auch zwei jahre nach seinem ableben noch als "milliardär" bezeichnet wird.

wo wir doch alle wissen, dass die brieftasche und das bankkonto eines verstorbenen mit anderen dingen als mit geld gefüllt ist.
als erinnerung an herrn flick bleibt somit nur, dass er sehr reich war. so reich, dass es sogar nach seinem tode laut der medien keine andere eigenschaft gibt, an die man sich erinnert.

Mittwoch, 4. Juni 2008

wie schlechter journalismus funktioniert

manche medien werden heutzutage nicht nur gratis angeboten - sie sind auch im inhalt oft an dieses niveau angepasst.
ich bringe hier ein beispiel für schlechten journalismus, der eine leicht erkennbare unwahrheit groß "aufmacht" und nicht vor schamesröte im boden versinkt, was wirklich "unfassbar" ist.

auf der titelseite der kostenlos erhältlichen tageszeitung steht groß zu lesen:

1

da wird also jemand eingesperrt, der jahrzehntelang nicht nur seine tochter eingesperrt hat, und findet binnen weniger wochen 200 brieffreunde. das ist schon eine beachtliche sache. brieffreunde: das sind doch menschen, mit welchen man in regem brieflichem kontakt ist. ein brieffreund ist etwas schönes.
jetzt - so denkt man - hat dieser ganz, ganz böse täter binnen kurzer zeit also 200 brieffreunde gewonnen, sein foto war in den medien zu sehen, seine neue anschrift ist auch bekannt, also gibt es - so meint man - 200 menschen, die binnen weniger wochen brieffreundschaft mit diesem "monster" geschlossen haben.
200 briefe müssen auch beantwortet werden, wenn da wirklich eine brieffreundschaft entstehen soll. also hat herr f. offenbar in den letzten wochen in der zelle viel geschrieben, vielleicht sogar tag und nacht?
aber nein... hat er nicht...

denn:

2

wie sich herausstellt sind von den 200 briefen die meisten "negativen inhalts" - also wohl kaum beantwortet worden bzw. kaum die basis für eine richtige (brief-)freundschaft.
es gibt ein paar "fanbriefe" von damen, aber im preisgünstigsten blatt selbst keinen hinweis auf auch nur eine einzige brieffreundschaft.

eine schlagzeile, hinter der nichts steckt: ausser eine falschmeldung.

p.s.:
unfassbar: es gibt in dieser gratiszeitung auch eine rubrik "leserbriefe".
ob die redaktion allerdings über auch nur einen einzigen brieffreund verfügt, ist nicht bekannt.

Dienstag, 23. Oktober 2007

die schlagzeile des tages:

magier in der klemme.

Dienstag, 14. November 2006

das schöne an schlagzeilen...

ist, dass sie manchmal so lieb zweideutig sind:

"pfarrer stört das bordell"

da stelle ich mir sofort vor dem inneren auge einen pfarrer vor, der laut predigend und seine glocken stündlich läutend, die choräle schmetternd und die monstranz durch feldwege führend, die bordellbesucher und mitarbeiterInnen bei der ausübung der arbeit stört, die sich bei all dem gepredige, läuten, schmettern und herumziehen des nachbars gestört fühlen und sich nicht mehr auf das ficken konzentrieren können.

ja ja, schlagzeilenhumor...

:-)

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ich danke dir - da die zeit ja im ende auch alle wunden...
david ramirer - 18. Sep, 12:17
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Alles Gute zum Geburtstag. Tja, die Zeit vergeht.
steppenhund - 18. Sep, 12:15
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david ramirer - 25. Apr, 14:26
Mein Mitgefühl. Aber...
Mein Mitgefühl. Aber wenigstens ist 16 doch ein...
steppenhund - 25. Apr, 13:59
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dann habe ich wohl ueber interpretiert. Aber ich stimme...
steppenhund - 26. Jan, 00:12
hätte der alte HvD...
hätte der alte HvD in dem aphorismus auch nur...
david ramirer - 26. Jan, 00:02
Ich bin entweder senil,...
Ich kann mit diesem Spruch von HvD überhaupt nichts...
steppenhund - 25. Jan, 23:30
nein: denn es gibt nichts...
nein: denn es gibt nichts danach.
david ramirer - 25. Jan, 18:03
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Er hat 3 mal die 6 ;) Wir wissen immerhin mehr als...
RokkerMur - 25. Jan, 17:58

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wer kümmert sich...
wer kümmert sich eigentlich heute um das brotokoll?
noemix - 17. Okt, 11:34
in wien wird offenbar...
in wien wird offenbar genug (auch märchen) gelesen......
abendGLUECK - 16. Okt, 23:13
für mich ist er...
für mich ist er ein echtes prechtmittel *lol*
abendGLUECK - 16. Okt, 17:38
es ist auch sehr erschreckend,...
es ist auch sehr erschreckend, wie viele richard david...
abendGLUECK - 16. Okt, 15:04
es ist ein echter ansporn,...
es ist ein echter ansporn, zumindest einen leser für...
abendGLUECK - 13. Okt, 07:20

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