kunscht

Freitag, 5. Februar 2010

kunst in der krise

das geld wird knapp! - die unbarmherzige weltweite wirtschaftskrise definiert in den vergangenen monaten neu, wo der kaviar aufs brot kommt und aber auch, wo mühsam angehäufte existenzen in form von zahlen auf nun auch praktisch wertlosem papier in sich zusammenbrechen.

auch die bildende kunst hat dank dieser entwicklung endlich die unbezahlbare möglichkeit, ihre in den letzten jahren zur schau getragene dekadente haltung neu zu kalibrieren und die preise, werte und inneren gesinnungen neu zu überdenken. waren noch vor wenigen monaten die werke von international hochrangigen künstlern zu mehrstelligen tausend-euro-beträgen für den wenigverdienenden mann (und dessen frau) auf der straße kaum erschwinglich, konnten sich nur adlige, neureiche und staatliche museen die bilder anschaffen, bricht dieser teil des kunstabsatzmarktes nun vollkommen weg und die kunstwelt besinnt sich - dank der krise - wieder an die eigentliche bestimmung: das volk zu erfreuen. es werden künstlerische ausbildungsstätten gnadenlos geschlossen (die nachricht, dass die akademie der bildenden künste und die hochschule für angewandte kunst in wien ihre tore wegen wirtschaftlicher sinnlosigkeit schließen, hat drei lange sekunden lang die kulturwelt erschüttert), galerien an lebensmittelketten verkauft, museen werden zu... museen.

die künstler drängen dagegen - den widrigen umständen in witterung und finanzlage zum trotz - auf die straßen und platzieren ihre werke nun nur noch im öffentlichen raum, vielfach unbeachtet von der in dieser hinsicht noch kaum geschulten öffentlichkeit, die erst wieder lernen muss, sich großer kunst ungezwungen zu nähern, sich selbst auch wieder - mehr noch als im sinne von beuys - als teil der kunst zu begreifen.
es sind sensible, aber auch verstörende werke, die diese neue generation von künstlern liefert. ich möchte anhand dreier exponate zeigen, auf welch haptisch berührende weise die differenzen zwischen kapitalismus und mimetischem fortschritt uns in diesen tagen erreichen...

exponat_3
Mark Blauko (Wien) - "Ich stehe zur Verfügung"
Eisen, Schnee, Stahlgitter


die verlorenheit des individuums in einer kalt gewordenen welt steht im mittelpunkt von blaukos arbeiten. in seinem neuesten werk, für das er viele monate im untergrund budapests recherchierte, treffen sich zwei nur für den oberflächlichen betrachter gleiche farbfelder ("colourfields") in letzter konsequenz - nicht. doch die hoffnung auf ein zusammentreffen ist als subtile option eingearbeitet. blauko, der auf diese weise seine langjährig erfolglosen versuche reflektiert, "mit der kunst zu geld zu kommen", sagt dazu: "beide teile berühren sich nicht. aber wissen wir das mit sicherheit? nein - das tun wir nicht. unter der oberfläche ist immer mehr...". die wirtschaft als alles unterwandernder fluß, der auch in zeiten der krise da ist, hoffnung gibt. blauko gelingt so, was vielen künstlern "alter garde" niemals gelang: erwartung aufzubauen, trost zu spenden.

***

exponat_2
Henryette Maoure (Paris) - "Liegende"
Schnee, Dreck


das eis und der schnee als gestaltendes element in der kunst ist nichts neues: eisskulpturen und schneemänner bevölkern seit vielen jahrhunderten die kälteren regionen der erde und erfreuen die kinder und sind teil des brauchtums. henryette maoure, die als kind afrikanischer einwanderer in paris das geographische phänomen schnee erst im alter von 12 jahren zum ersten mal gesehen hat, sieht in der formbaren temporären masse eine matritze tiefliegender soziokultureller optionen, die oft ungenutzt am wegesrand liegenbleiben. der schnee wird mit dreck von den autos besudelt und verliert seine unschuld - genau wie der nackte mensch in der bildenden kunst, der im laufe der kunstgeschichte immer wieder als projektionsfläche und verstümmelt vorgeschobenes zentral-thema herangezogen wurde. maoure stellt diesen fehlgeleiteten humanismus, der in eine neue sklaverei geführt hat, mit ihren werken immer wieder erfolgreich in frage und führt hinaus aus einer nur formzentrierten sichtweise, hin zu seelischen verwerfungen der sichtbaren strukturen, die in der form noch nie geschaut wurden.

***

exponat_1
Karl Ztirfl (Amstetten) - "Luftleuchte"
Metall, Glas, Lampe


luft und licht - beides symbolische elemente, die auch in der kalten jahreszeit genügend vorhanden sind. wärme und nahrung - davon ist weniger vorhanden, und die wärme des in dieser plastik emitierten lichtes ist gering. doch die tellurische verbindung der basis des kaum verklausuliert phallischen monolithen führt zum urstrom selbst, und die wärme lässt den schnee weichen, wenn auch nur für wenige zentimeter. es sind die ganz subtilen, tief verborgenen botschaften, die ztirfl immer wieder in seinen werken aktiviert. er hat seiner heimatstadt ein verstörendes mahnmal gewidmet. ztirfl geht aber noch weiter: "ich will, dass meine kunst berührt (wird). ich plane solche lampen an vielen orten anzubringen, damit sich obdachlose und daher aus kulturell nachvollziehbaren gründen wärme suchende menschen daran wärmen können. so könnten sich inseln der geselligkeit im kargen einsamkeitsbrei der stadt bilden." ztirfls urbane visionen zeigen den weg in ein neues utopia, wo sich der humanismus wieder aus gut fundierten gründen kumuliert.

Dienstag, 16. Januar 2007

käme kunst von "wollen"...

...hieße sie wollust.

Montag, 9. Oktober 2006

update

Karl Kraus hat einmal sinngemäß folgendes formuliert:

Keine Ideen haben, genügt nicht mehr.
Man muss noch dazu unfähig sein, sie umzusetzen.


Dieses Axiom zur gegenwärtigen Kunstszene erweiternd, füge ich hinzu:

Zufriedenheit und hymnische Begeisterung für die eigene göttliche Leistung - schon vor der Umsetzung - ist essentiell,
um das Marketing bestmöglich umsetzen zu können.

Montag, 2. Oktober 2006

katastrophe am samstag, kurz erzählt:

- u4 schadhafter zug bei rossauerlände
- eher lust zu fuß zur nächsten station zu gehen und in die u2 umzusteigen als auf nächste u4 zu warten
- am weg zum schottenring vergessen, den blick kategorisch zu senken
- ringturm gesehen, geärgert und angewidert reagiert
- blick dann wieder mehr zum boden gesenkt
- schnell beim schottenring wieder zur untergrundbahn abgetaucht
- aufgeatmet

fazit:
kann man bei der firma "el kaida" (oder doch bei hulesch&quenzel) eigentlich auch linienflugzeuge anlassbezogen bestellen?
hoffentlich nicht!

Dienstag, 26. September 2006

memo an mich selbst

die umgebung des ringturmes (sichtweite!) bis mitte november unbedingt meiden und großräumig ausweichen.
wenn nicht möglich: starke sonnenbrillen besorgen&mitnehmen oder einfach auf den boden schauen!

Dienstag, 12. September 2006

ready made

IMG_3279.JPG

Freitag, 2. Juni 2006

mondrian 2006

mondrian 2007
abt.: der humor und die kunstbezogenheit von baumarktwerbungen.

Montag, 24. April 2006

erben können sehr nerven,

vor allem, wenn sie glauben, dass alles, was nach dem aussieht, was sie geerbt haben, auch ihnen gehört.
erben die so mit dem, was sie geerbt haben, umgehen, treten ihr erbe mit füßen und sollten nachträglich per gesetz enterbt werden.
aber gesetze sind ja auf der anderen seite und ermöglichen solchen irrsinn sogar.

ich prophezeie in bälde eine sehr harte zeit für photographen.

Mittwoch, 29. März 2006

kalauerspende, völlig gratis:

Salzburg ist das Epizentrum des Mozartjahres 2006.

Mittwoch, 15. März 2006

es will mir nicht in den kopf

- und das ist gut so, denn der platz da drin ist für wichtigeres reserviert - warum ein so großes aufhebens wegen ein paar bilder gemacht wird, die lange jahre da waren und nun die nächsten paar jahre bis zum untergang der welt eben nicht in wien sind.

die ganze radebrecherei von wegen "eigentum österreichs" und "kulturerbe" ist doch ein großer gequirrlter haufen pferdemist. als ob ein bild nur an einem bestimmten ort seine wirkung entfalten kann, als ob es nicht vielmehr so ist, dass doch bilder erst dort, wo sie zuvor nicht waren, erneut ihre wirkung entfalten können.

nur weil klimt österreicher war, sind seine bilder nicht eigentum österreichs. ab mit den schwarten nach amerika, zur rechtmäßigen besitzerin.
jeder freie wandplatz in einem dieser widerlichen eiskästen, die sich in österreich großkotzig "museen" nennen, ist ein auftrag an lebende künstler, bilder zu malen.

ein volk, das bildern nachtrauert, sie konserviert, in museen festbinden will, sich daran klammert als ob es die mutti wäre... ist dekadent, lebens- und kunstfremd.
her mit neuen bildern. die zeit ist reif dafür.

so. das musste jetzt mal gesagt werden. jetzt geht es mir ein wenig besser.
danke fürs nicht-mit-lesen :-)

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