Zitate

Samstag, 23. Juli 2011

erweiterung

"Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar,
auch wenn sie eine Lüge ist."

(David Ramirer, 2011)

Sonntag, 14. Juni 2009

nachklang eines wundervollen wochenendes...

-

Des Weidenwäldchens silbernes Geflüster;
Lang klingt ein Regen nach in Flötenklängen.
Im Abend regungslose Vögel hängen!
Ein blaues Wasser schläft im Zweiggedüster.
Es ist der Dichter dieser Schönheit Priester.

(...)

(Georg Trakl)

Freitag, 24. April 2009

Maigret

(...) "Wie? ... Nennen Sie das Suchen?" rief sie zu Maigret gewandt aus. "Man hat mir eben gesagt, dass Sie von der Polizei sind ... Mein Mann ist vielleicht getötet worden ... Was warten Sie hier noch?"
Der Blick, der auf ihr ruhte, war typisch für Maigret. Eine Ruhe! Eine Gleichmütigkeit! Als hätte er lediglich das Summen einer Fliege vernommen! Als hätte er etwas gänzlich Belangloses vor sich.
Sie war es nicht gewohnt, derartig angeblickt zu werden. Sie biss sich auf die Lippen, lief unter ihrem Make-up purpurrot an und stampfte vor Ungeduld mit dem Fuß auf den Boden.
Er schaute sie immer noch an.
Zum Äußersten getrieben oder weil ihr vielleicht nichts anderes einfiel, bekam sie einen Nervenzusammenbruch.

Gerges Simenon, "Maigret und Pietr der Lette", Ende vom 2. Kapitel "Der Freund der Milliardäre"

Sonntag, 18. Januar 2009

Einsames Wandern

baum_

Zuerst sind Gärten, und hinter den Zäunen
wohnt das runde Glück.
Dann kommen Felder und hockende Scheunen,
dann lass ich auch die zurück.

Nun ist noch hie und da ein Gehöft.
der Schritt geht vorbei, geht schwer.
Und der Hof und der Hund an der Kette schläft.
Menschen seh ich schon lange nicht mehr.

Jetzt ist schon Glück, wenn fernwo ein Baum
an der endlosen Straße steht.
Und immer müder wird der Traum,
der mit mir wandern geht.

Vielleicht komm ich abends an ein Haus.
Viel Hoffnung ist nicht.
Die Jugend ist hin, und der Stolz ist aus.
Die Luft geht rauh, und Schnee ist in Sicht.

Ich wünsche mir eine milde Nacht,
einen Himmel mit Sternen drin;
und daß ich morgen nicht mehr erwacht
und schon gestorben bin.

baum

aus: Josef Weinheber, Vereinsamtes Herz, November 1935

Freitag, 19. Dezember 2008

es is allas unhamlich leicht...

13 nelken die kriagst
wannst mei braut wirst
und an schleier
wia a frau baron

schau, die schwalben
steigen auf über penzing
und a mia
sollten auf und davon

und i mach dia a tochter
aus liebe
wanns a bua wird
dann haast er nach mia

es is allas
unhamlich leicht
wenn ma wolln
is des ziel erreicht

nur vor glück net
die nerven verliern
einmal si ganz verlassn
aufs gspiarn


kumm, i leg da
die hand auf die schläfn
dassd sche ruhig wirst
und zart und zahm

herst, i wissat uns
a scho a wohnung
mit balkon
vis a vis san zwa baam

und beim kartenspün
gwinn i a rentn
und im tram
san ma eh müllionär

es is allas
unhamlich leicht
wenn ma wolln
is des ziel erreicht

nur vor glück net
die nerven verliern
einmal si ganz verlassn
aufs gspiarn


zu de pfingstn
foar ma nach italien
und i zag da
de dampfer am meer

und am samstag
da schiass i am joarmoarkt
a poar puppn fürs bett
und an bär

oba - i wüll di
net überredn
wannst mi net gern hast
hab mi gern

es is allas
unhamlich leicht
wenn ma wolln
is des ziel erreicht

nur vor glück net
die nerven verliern
einmal si ganz verlassn
aufs gspiarn



"alfred-lied" zu dem film "geschichten aus dem wienerwald" nach ödön von horvath; andré heller

von:

Heller, Qualtinger
Heurige & Gestrige Lieder

Donnerstag, 18. Dezember 2008

O Fortuna

O Fortuna,
rasch wie Luna
wechselhaft und wandelbar,
ewig steigend
und sich neigend:
Fluch der Unrast immerdar!
Eitle Spiele,
keine Ziele,
also trügts den klaren Sinn;
Not, Entbehren,
Macht und Ehren
schwinden wie der Schnee dahin.

So gewichtig,
Glück, so nichtig,
kreisend Rad, das weiterdreht,
hier erhoben,
dort zerstoben,
so entsteht, was bald vergeht;
als Bedrängnis
und Verhängnis
hangst du über meinem Haupt;
Würfelglücke,
deiner Tücke
dank ich, daß ich ausgeraubt.

Rechter Wandel,
guter Handel,
alles nur ein Spott und Spiel.
Sich erheben,
sich ergeben,
kein Verweilen und kein Ziel. -
Auf, ihr Leute,
und noch heute
rührt die Saiten jetzt und hier:
Glanz und Glücke,
Schicksalstücke:
darum klaget all mit mir!

aus dem Carmina Burana

Freitag, 7. November 2008

10 jahre praxis

Das neue Jahrhundert
Aus der „Chicago Tribune” vom 1. Januar 1901
„Das 19. Jahrhundert hat seine Vorgänger weder in der Gestaltung des Schönen noch im
Fortschritt der Kunst, der Architektur, Musik und Literatur übertroffen.
Vielleicht wird das 20. Jahrhundert einen Wandel bringen. Das ausschließlich Materielle
mag weniger Aufmerksamkeit beanspruchen, der Mammon mag weniger hoch eingeschätzt
werden.
Das Schöne kann das Nützliche übertrumpfen. Der menschliche Geist, des Materiellen
müde, wird sich vielleicht höheren Dingen zuwenden.
An der Schwelle des 20. Jahrhunderts sieht es so aus, als könne es das Jahrhundert der
Humanität und der Brüderschaft aller Menschen werden, eine Leistung, die großartiger wäre
als alle Entdeckungen der Wissenschaft und alle Triumphe der Kunst.”

helmut granzer, zum 7. november 1998

- -- --- ----

der geist, der unsere körper jeden tag durchpulst, ist nicht der unsere. er hat seinen eigenen rhythmus,
seinen eigenen weg und seine schmerzliche, nervöse, zittrige existenz in den letzten jahrhunderten bis
zum letzten rest so oft gefaltet und geknüllt, bis nur mehr kümmerliche reste seiner einstigen eleganz
zurückgeblieben sind. diese reste verschaffen sich gehör - langsam, verbissen, ängstlich und
geknechtet - es ballt sich die wut, es formt sich der schrei, die formen aus klang fallen aus unseren
zerborstenen hüllen.
es ist zuviel theorie in unserer umgebung, es wird viel gesagt und noch viel mehr gemacht, und dennoch
bleibt alles, was uns täglich bedrängt, formt und knebelt ein abklatsch der praxis, die wir sehnlichst uns
wünschen.
die meiste musik, die heute so genannt wird, ist ein zerrbild der idee. das klavier und alle seine
einfachen, spielerischen möglichkeiten wird vergewaltigt von emotionslosen technokraten, wird
eingesperrt in finstren konservatorien, zusammen mit den träumen und den wünschen, die musik sonst
formen. dort aber verdirbt sich der traum, dort zerstört und entsorgt sich die liebe zum klang, die freude
am spiel, der zugang zur kunst. damit aber steht nicht nur die musik vor einem problem, die kunst im
allgemeinen stöhnt unter den heutigen ausbildungskrematorien mehr als sie jauchzt. denn lernen ist eine
persönliche angelegenheit, eine intime und dennoch soziale erweiterung der eigenen fähigkeiten des
austausches, und jede art von kunst ist eigentlich selbst so ein lernraum, der in einem anderen lernraum
nur eingeengt werden kann. mit diesem umstand wird in unserer gegenwärtigen umgebung nicht sehr
sorgsam umgegangen, und wir werden versuchen, das zu ändern.
praxis sollte sein, daß kunst einfach entsteht. daß sie jetzt passiert. nicht nur gestern. nicht erst morgen.
jetzt.

david ramirer, zum 7. november 1998

Dienstag, 28. Oktober 2008

spiegel


omnis mundi creatura
quasi liber et pictura
nobis est et speculum


(ein jeglich teil der welt
ist gleichsam buch, gemälde
als auch ein spiegel)


Alanus ab Insulis via Umberto Eco: Der Name der Rose

Sonntag, 26. Oktober 2008

Verzweiflung

Verzweiflung ist ein hohes Gut
sie frisst dich auf, schürt deine Wut

sie lässt dich weinen, nächtelang
sie macht dir Angst, sie macht dich bang

sie treibt das Blut aus deinem Herz
sie lacht dich aus samt deinem Schmerz

sie schlägt dir mitten ins Gesicht
jedoch: sie bleibt – verlässt dich nicht.


(mit ganz großem dank an Michael G. Reiter für die erlaubnis, dieses gedicht hier zitieren zu dürfen)

Ballade der großen Müdigkeit

Ich bin von großer Müdigkeit befallen,
und alles, was ich weiß, ist mir zur Last.
Der Menschheit Jammer hat mich angefaßt
und kommt in immer kürzern Intervallen.

Man soll mich, bitteschön, zu nichts mehr drängen.
Man soll mich schlafen lassen. Es ist spät.
Man soll - wenn´s draußen denn schon weitergeht -
mir feuchte Tücher vor die Fenster hängen.

Ich bin zu alt und werde immer älter.
Ich lauf mir täglich ein Stück voraus,
und kaum gepflückter Impressionen Strauß
verwelkt mir im Erinnerungsbehälter.

Ich hab genug. Ich kann nichts Neues brauchen.
Ich blühe nicht mehr auf. Ich blüh hinab.
Wo geht´s denn da zur Wiege ... ? wo zum Grab .. ?
Ich möchte rückwärts in die Zeiten tauchen.

Ich möchte jünger sein und jedem grollen,
der mich belehrt: „Ja, sie ! Sie sind noch jung !“
Ich möchte Anlauf haben, Luft und Schwung.
Ich möchte wieder älter werden wollen.

Ich möchte vieles planen und erleben,
ich möchte kompliziert und schwierig sein
und jeder Neuerung begierig sein -
novarum rerum cupidus, nun eben.

Ich möchte wieder lachen oder weinen
(es wäre gar kein großer Unterschied)
und überlegen: wie man mich wohl sieht ?
Ich möchte etwas sein und scheinen.

Ich möchte mir ein hohes Ziel erküren,
wie es noch nie ein Mensch vor mir bedacht.
Ich möchte groß und schlaflos in der Nacht
das flügelschlagen meiner Sehnsucht spüren.

Ich möchte, weil ein Mädchen mir nicht glaubte,
das Leben und die Welt nicht mehr verstehen.
Noch lieber möchte ich zugrunde gehn,
weil sie mir nicht den kleinsten Kuß erlaubte.

Ich möchte in entlegnem Dämmergarten,
darauf der Juli rastet reglos warm,
mit einem Notenalbum unterm Arm
auf die, die mir seit gestern du sagt, warten.

Ich möchte jeden scheelen Blicks betrachten,
der mit den Mädchen überhaupt verkehrt,
und einen Freund besitzen, der mich lehrt,
die dummen Gänse gründlich zu verachten.

Ich möchte sämtlichen Verboten höhnen
und eines Tages in verwegner Flucht
entrinnen aller elterlicher Zucht
und nachher unter ihrer Willkühr stöhnen.

Ich möchte nie im fußballspielen rasten
und heimwärtsschleichen mit zerschundnen Knien.
Ich möchte Winnetou und Plastilin
und Matador und Richters Steinbaukasten.

Ich möchte staunend in die Tage treten
mit großen Augen und verwirrtem Sinn,
und lernen, wo ich wohne, wer ich bin.
Ich möchte vor dem Schlafengehen beten.

Ich möchte meine ersten Worte lallen
und schlummern ohne Wissen, ohne Ziel.
Ach alles, was ich weiß, ist mir zu viel.
Ich bin von großer Müdigkeit befallen.

Ich möcht´ hintüber sinken in die Kissen,
ich möcht´ dorthin, wohin ich geh, nicht gehn,
ich möchte alles, was ich seh, nicht sehn,
ich möchte alles, was ich weiß, nicht wissen,

ich möchte alles, was ich fühl, nicht fühlen
und ganz allein sein ... Nein, nicht ganz allein:
ich möchte gern zwei kleine Hunde sein
und miteinander spielen.

Friedrich Torberg (1938)

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abendGLUECK - 25. Mai, 09:55
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abendGLUECK - 24. Mai, 09:10
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